Warum Kritische Uni?
Wir sind Studentinnen, Studenten und Alumni der Uni Rostock, die ob in der Vorlesung, im Gremium, generell im Raum Uni einmal zu häufig gegen Wände gelaufen sind. Diese Ohnmachtserfahrung wollten wir überwinden und suchten eine Plattform für Kritik, die sich nicht über Zuständigkeiten und Mandate definiert, in der Seilschaften keine Rolle spielen, niemand Karriere machen kann. In der die Grenzen des studentisch Machbaren nicht erdrückend eng sind. Gleichzeitig wollten wir Dinge sagbar machen, die uns bei schrankenweisenden Uniwichtigmenschen zukunftsentscheidende Sympathiepunkte kosten würden – konkret die Angst trotz fachlicher Kompetenz durch die Prüfung zu rasseln.
Die Anonymität soll keiner Geheimbündelei dienen, sondern soll allen Student*innen der Uni Rostock ermöglichen – so sie es wollen – aus diesem unserer Ansicht nach notwenigen Schutz heraus Kritik zu üben. Kritische Uni soll eine Plattform sein.
Über diesen Weg möchten wir eine Öffentlichkeit erreichen und bewirken, dass sich Rostocker Zustände ändern. Wir wollen soweit es geht verhindern, dass rechte Profs ungestört rechte, sexistische, antisemitische, rassistische Propaganda unter akademischen Deckmantel als ‚objektive Lehrbuchmeinung‘ verkaufen können.
Dabei sollen die angegriffenen Personen nicht als statuierte Exempel dienen, sondern Diskursmächtige anhand ihrer geschriebenen und mündlich geäußerten Aussagen und Theorien begriffen und Menschenverachtendes bloßgestellt werden.
Auch bei Personen, deren Eintreten für die freiheitlich-demokratische Grundordnung unbezweifelbar ist, die Bionade trinken und für SOS-Kinderdörfer spenden, möchten wir näher hinschauen. Gerade bei diesen gilt es sie an ihrem eigenen Anspruch zu messen und ihre Labelpolitik auf Kosten der Inhalte nicht unhinterfragt zuzulassen.
Die hier beschriebenen Rostocker Zustände sind als Konkretes im abstrakten Falschen zu sehen. Sie sind im Besonderen als Deutsche Zustände überhaupt zu lesen, die im konkreten Lebensraum der Uni Rostock für uns greifbar werden.
Diese lebensweltbezogene Kritik macht unserer Ansicht nach Haltung einnehmen unausweichlich.
Wir wollen informieren, aufklären, Unruhe stiften.

Die Nestbeschmutzer*innen