HRO: Kritische Uni Rostock bezieht Stellung zu Flugblattaktion in Dresden

Eine Gruppe von kritischen Studierenden der TU Dresden ist vergangene Woche mit einem Flugblatt in Erscheinung getreten. Darin kritisieren sie die Stellungnahme von Prof. Patzelt zu Pegida. Das hatte zur Folge, dass sich Dozierende mit ihnen solidarisierten. Damit unterscheidet sich der Umgang mit Kritik an der TU Dresden grundlegend von dem in Rostock. Denn hier werden Studierende für ähnliche Kritik kriminalisiert.

Kritik durch Flugblatt
In einer hohen Auflage verteilten Studierende der TU Dresden Flugblätter, in denen sie kritisierten, dass Prof. Patzelt eine Mitschuld für das Demonstrationsverbot von Pegida bei den Gegendemonstranten sähe und dabei seine wissenschaftliche Stellung ausnutzte, um neurechte Themen zu verbreiten. Mit einer ähnlichen Aktion trat die Gruppe Kritische Uni vor 1 1/2 Jahren an der Universität Rostock ebenfalls in Erscheinung. Jedoch unterschieden sich die Reaktionen wesentlich. In Rostock wurde von offzieller Seite mit einer Anzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdnung und Verletzung des Cooperate Design reagiert. Eine Positionierung der Mitarbeiter*innen blieb aus. „Es ist schön zu sehen, dass es nicht so wie in Rostock laufen muss, wenn Studierende begründete Kritik äußern“, kommentiert Frank_a Schmidt, die Pressesprecher*in der Kritischen Uni Rostock.

Neue Rechte an den Unis

Es wird deutlich, dass es an vielen Unis Dozierende gibt, die ihre Verbindungen zur neurechten Ideologie nicht verstecken müssen. Diese „Extremisten der Mitte“ können ihre Machtposition problemlos nutzen, um, wie jetzt im Falle Prof. Patzelts, Gruppen wie Pegida als besorgte Bürger*innen darzustellen. In der Vergangenheit fiel Prof. Patzelt schon mit seiner starken Nähe zu Burschenschaften auf. Dazu Frank_a Schmidt: „Wie wir mit unserem ersten Flugblatt gezeigt haben, gibt es auch in Rostock Dozierende, die eine besorgniserregende Nähe zu Burschenschaften aufweisen und das deutsche Abendland bedroht sehen. Dem muss etwas entgegengesetzt werden. Dazu bedarf es auch der Solidarität der Mitarbeiter*innen“.

Solidarität statt Kriminalisierung
Die Aktion an der TU Dresden zeigt, dass es auch andere Wege im Umgang mit kritischen Studierenden gibt. „Es bleibt abzuwarten, wie weit die Solidaritätsbekundungen der Mitarbeiter*innen reichen. Ob sich das auch auf das direkte Leben in den Seminaren auswirkt, wird sich zeigen“, äußert sich Frank_a Schmidt zurückhaltend. In Rostock jedenfalls bleibt für die Uni noch einiges an Handlungsspielraum. Denn rechtes Gedankengut ist schließlich nicht nur in Dresden ein Problem.

Frank_a Schmidt
Pressesprecher*in der Kritischen Uni Rostock