Willkommen im Diskurs

Wir haben es geschafft- wir sind Seite 10!
Naja, eigentlich ist Martin Warning, fleißigst am Arbeiten im AStA Büro, Seite 10 in der Norddeutsche Neueste Nachrichten vom 06.01.2015. Dürfte dieses „investigative“ Blatt doch nur Ehrendoktortitel vergeben…
Wir sind nicht nur Seite 10 im NNN oder Seite 94 im aktuellen Verfassungsschutzbericht, nein, wir sind auf der landespolitischen Bühne angekommen. Menschen aller größeren Parteien und die FDP äußern sich. Wir sind ganz bei Dr. Hikmat Al-Sabty: Der Verfassungsschutz hat nichts an der Universität zu suchen. Falls dieser Schulterschluss mit Die Linke nicht reicht, um es auch in den nächsten Verfassungsschutzbericht zu schaffen, vielleicht ergänzend: Der Verfassungsschutz hat seine Existenzberechtigung spätestens seit dem NSU gänzlich obsolet gemacht.
Aber ernsthaft, um das Niveau des aktuellen „Diskurses“ vielleicht doch noch zu steigern. Mit Spannung wurde der NNN-Artikel von uns erwartet, da es im Vorfeld einen kurzen E-Mail Kontakt mit der Journalistin gab, in der sie von uns Informationen zu unseren Vorwürfen geliefert bekommen hatte. Leider werden im Ergebnis unsere Sätze ausschnittsweise zitiert, um den Inhalt zu verschandeln und somit werden im Artikel aus offenkundig rechten, „angeblich“ rechte Tendenzen. Auffällig ist auch, dass alle Geschlechtsspezifika in männliche verwandelt wurden. Wieweit das mit den patriarchalen Strukturen der Zeitung in Verbindung steht, bleibt offen.
Der AStA ist sich über die Intentionen solcher „Outing-Aktionen“ scheinbar ebenfalls unsicher. Da unser Eigeninteresse höchstens in einem Ehrendoktortitel für die Kritische Uni läge, Prof. Wensierski und Ullrich Vetter jedoch leider von der Bildfläche verschwunden sind, bleibt uns doch nur der altruistische Ansatz.
Leider setzt sich im aktuellen Artikel die Tendenz fort, Inhalte zu meiden. Wenn, wie der AStA meint, Diskurs das grundlegende Prinzip einer jeden Hochschule sei, wäre das doch ein willkommener Anlass in eben diesen einzutreten. Doch überrascht können wir uns von dieser Fortsetzung nicht zeigen. Angefangen bei der Anzeige wegen des Corporate Design, über den Vorwurf weiterer Straftatbestände der Philosophischen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultäten, bis hin zum Verfassungsschutzbericht, versucht die Universität Rostock einem Diskurs zu entkommen. Der Protest der Landespolitiker*innen wird dem auch kein Ende setzen, da diese Taktik offensichtlich System hat. Die Erbin des ehemaligen Uni-Sprechers Vetter, Jana Powilleit, macht sich ihren Job ebenfalls sehr leicht. Wir können jedenfalls von keinem Kontaktversuch ihrerseits berichten. Das Argument, unsere Anonymität mache Kommunikation unmöglich, ist im 21. Jahrhundert reichlich überholt. Da nun mittlerweile 1 1/2 Jahre vergangen sind, seit wir unsere ersten Flugblätter verteilt haben, ohne dass der Ansatz einer inhaltlichen Auseinandersetzung zu erkennen ist, widerlegt sich die These des AStA. Das grundlegende Prinzip ist männliche Autorität. Denn Diskurs ist anstrengend! Die andere Seite könnte am Ende auch noch Recht behalten und das will nun wirklich niemand. Wir können nur sagen: Liebe Universität Rostock, lieber Verfassungsschutz, schön beobachten- so geht nämlich Diskurs!

NNN-Artikel vom 06.01.2015
http://www.nnn.de/mv-uebersicht/verfassungsschutz-befasst-sich-mit-anonymer-uni-gruppe-id8606146.html

NNN-Artikel vom 07.01.2015
http://www.nnn.de/mv-uebersicht/verfassungsschutz-sorgt-fuer-diskussionen-id8615471.html