Nach taz-Artikel: Prof. Mackenthum schreibt LeserInnenbrief

Nach der taz-Berichterstattung über die Verbindungen der Uni Rostock zur Überwachungssoftware „Textrapic“ des BND nimmt Frau Prof. Dr. Mackenthun maximalmöglichst weichgespült Stellung zur Angelegenheit. Frau Mackenthun ist Mitglied im Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät und MitunterzeichnerIn des Antrags, Edward Snowden die Ehrendoktorwürde zu verleihen. Erwartungsgemäß hat Frau Mackenthum wenig Verständnis dafür, dass ihr Snowden-PR-Gag als „PR-Gag“ bezeichnet wird. Außerdem weist sie die Forderung, sie solle sich angesichts der Snowden-Kampagne auch vor Ort in Rostock gegen Massenüberwachung engagieren, um nicht die politische Glaubwürdigkeit zu verlieren, von sich. Die Geisteswissenschaften seien kein Reperaturbetrieb.

Der LeserInnenbrief von Frau Mackenthun aus der taz vom 20.8.2014:

Ein richtiger Beschluss, kein PR-Gag.
betr. „Snowden ehren, Snowden veraten“ taz vom 16.8.2014

Ihre Meldung stellt die Pressemitteilung der „Kritischen Universität“, in der unter dem Pseudonym Frank Schmidt Anschuldigungten gegen die Universität Rostock erhoben werden, weil eine Firma ehemaliger Studierender angeblich Spähsoftware für die Bundeswehr entwickelte, in einen kausalen Zusammenhang mit dem von mir mit initiierten Beschluss der Philosophischen Fakultät (PHF) der Universität Rostock, Edward Snowden die Ehrendoktorwürde zu verleihen.

Die PHF ist weder für die Geschäftsbeziehungen anderer Fakultäten verantwortlich, noch ist ihr Beschluss eine Entscheidung der gesamten Universität, wie die Bentstandung durch den Rektor belegt. An einer Universität,versammeln sich sehr unterschiedliche, oftmals miteinander unvereinbare wissenschaftliche Praktiken, Positionen und Stimmen. Unsere Entscheidung über die Verleihung der Ehrendoktorwürde ist kein „PR-Gag“, wie Sie schreiben, sondern das Resultat eines seriösen geisteswissenschaftlichen Prüfverfahrens unter Beteiligung prominenter Gutachter. Die Entscheidung der Fakultät kann lediglich in formaljuristischer Hinsicht von der Universitätsleitung beanstandet werden; ihre inhaltliche Richtigkeit wird mit jedem Tag evidenter.

Es wäre begrüßungswert, wenn Snowdens Warnung vor den Folgen ungehemmter und anlassloser Überwachung ganzer Bevölkerungen nicht nur von den Humanisten, sondern auch von den Entwicklern von Überwachungstechnologien beherzigt würde – innerhalb und außerhalb von Universitäten. Die Geisteswissenschaften sind jedoch kein Reperaturservice für die Verfehlungen wildgewordener Geheimdienste.
Gesa Mackenthun, Brodhagen

Wir heißen „Kritische Uni“ und Frank_a Schmidt, Frau Mackenthun. Und außer der Bundeswehr geht es auch um den BND…