KKK6: Herr Gallus

Mit einer mehrteiligen Artikelserie wollen unsere Aktion „Extremismus der Mitte“ öffentlich auswerten. Im sechsten Teil von „Kritische Kritik-Kritik“ gehen wir auf einige Fragen zum Wirken des Herrn Dr. Gallus ein.

„Ich war in einem Seminar beim Herrn Gallus. Der macht überhaupt keine Werbung für die Extremismustheorie!“
Bitte genau lesen. Wir haben in Ermangelung von belastbaren Belegen dafür nicht seine Lehrtätigkeit kritisiert, sondern sein publizistisches Engagement. Das lässt sich nämlich sehr deutlich belegen. Darüber hinaus finden wir sein Wirken als Herausgeber der Zeitschrift „Extremismus & Demokratie“ zusammen mit den beiden Extremismus-Theorie-Apologeten Jesse und Backes auch viel erwähnenswerter. Dennn deren Strategie setzt auf einem viel umfassenderern Level an. Die Zielgruppe der Zeitschrift sind nämlich gar nicht direkt Studierende, sondern Multiplikatoren in der Bildungslandschaft und der sog. „Zivilgesellschaft“. Und von diesem gesellschaftlichen Multiplikatoren wird es dann u.a. an SchülerInnen und Studierende herangetragen.

Darüber hinaus möchte wir an dieser Stelle noch auf eine Erkenntnis aufmerksam machen: „Gute Propaganda ist die, die nicht auffällt!“ Das Bourmont stammt von Joseph Göbbels, und der hat sich bekanntlich mit Propaganda ausgekannt, sodass die kritische Kenntnisnahme dieses Satzes sicherlich der geistigen Selbstverteidigung dienlich sein kann. Wenn wir uns anschauen, wie so ein Quatsch wie die sog. „Extremismustheorie“ zur Zeit auch unter den Leuten, die damit bekämpft werden sollen, an Boden gewinnt ( siehe z.B. diese Analyse zum „Netzwerk Demokratie und Courage“ in Sachsen ( https://linksunten.indymedia.org/de/node/102527 ) zeigt das uns, wie es um die Fähigkeit zur kritischen Reflexion von Inhalten bei vielen Leuten bestellt ist.

„Dr. Gallus ist doch gar nicht mehr in Rostock!“
Herr Gallus war laut der Homepage des Historischen Instituts zu Beginn des Wintersemesters lediglich beurlaubt für eine Vertretungsprofessur in Chemnitz. Mittlerweile wird er in Rostock gar nicht mehr aufgeführt. Die HerausgeberInnenseite des „Jahrbuch Extremismus & Demokratie“ verweist nach wie vor auf die Rostocker Seite mit Gallus Vita ( http://www.tu-chemnitz.de/phil/politik/pspi/jahrbuch/herausgeber.php ). Als Kontaktadresse zu Herrn Gallus ist dort außerdem nach wie vor die Mailadresse aus Rostock angegeben ( http://www.tu-chemnitz.de/phil/politik/pspi/jahrbuch/kontakt.php ).

Weitere Kritische Kritik-Kritiken:

KKK1: „Häh? Die Extremismus-Theorie ist unwissenschaftlich?“

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1 Antwort auf „KKK6: Herr Gallus“


  1. 1 extrem 09. Februar 2014 um 16:48 Uhr

    „Wenn wir uns anschauen, wie so ein Quatsch wie die sog. „Extremismustheo­rie“ zur Zeit auch unter den Leuten, die damit bekämpft wer­den sollen, an Boden gewinnt ( siehe z.B. diese Analyse zum „Netzwerk Demokratie und Courage“ in Sachsen […] zeigt das uns, wie es um die Fähigkeit zur kritischen Reflexion von Inhalten bei vielen Leuten bestellt ist.“

    Vor allem hier sollte eine Kritik nicht so verkürzt dargestellt werden.
    Darüber, dass die „Extremismustheorie“ eher BRD- Propaganda ist und zur Repression dient, als einen wissenschaftlichen Anspruch zu haben müsste man nicht weiter reden. Aber hier das NDC an den Pranger zu stellen vertauscht die Perspektive von Betroffenen und Ausführenden von dieser Repression. Auch der am Ende des Indyartikels stehende Flyer verdient die Beschreibung „meistgehasstestes Flugblatt“ in meinen Augen. Wenn die Entscheidung steht, ob man ein gut funktionierendes Antirassismusprojekt und damit die Arbeit der letzten 15 Jahre einstampft, weil man das Spiel von „guten“ und „schlechten“ Demokrat_innen nicht mitspielen möchte, dann handelt man an den Notwendigkeiten der Realität vorbei. Das heißt, meiner Meinung nach, nicht, dass das NDC dem kritiklos gegenüber stand und nicht versucht hätte sich dagegen zu wehren. Es wird schlicht und ergreifend keine Möglichkeit gegeben haben.
    Besser als das polemische Hetzen gegen Initiativen ist das bekunden von Solidarität. Anstatt ihnen eine Nichtreflexion vorzuwerfen finde ich es sinnvoller zu versuchen zu vestehen, warum sich Menschen so entschieden haben (im Zweifelsfall könnte man ja nachfragen).
    United we stand. Devided we fall und so.

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