Flugblattaktion zur Snowden-Debatte

Anlässlich der heutigen Podiumsdiskussion an der Uni Rostock zur angestrebten Verleihung der Ehrendoktorwürde an den „Whistleblower“ Edward Snowden haben Studierende mit einer Aktion die Doppelmoral der Uni beim Thema Zensur und Überwachung thematisiert. Mittels Flugblättern und Aushängen machte die Gruppe „Kritische Uni“ auf die an der Universität praktizierte Überwachung und Zensur aufmerksam. „Die Verantwortlichen behaupten, mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Edward Snowden ein Zeichen gegen Überwachung und Zensur setzen zu wollen. Gleichzeitig müssen Studierende derselben Universität mit massiver Zensur und Überwachung in ihrem Studienalltag leben“ sagte Frank_a Schmidt, SprecherIn der Gruppe „Kritische Uni“. „Diese Doppelmoral ist unerträglich!“

Dokumentation im Internet
Um ihre Behauptungen zu unterfüttern, haben die Studierenden auf ihrem Blog http://www.kritischeunihro.blogsport.de eine Dokumentation von Vorfällen und Belegen für Überwachung und Zensur an der Uni Rostock veröffentlicht. Darin finden sich Beispiele für Zensur mittels Veranstaltungsverboten, Strafverfolgung wegen des Verteilens von Flugblättern, Kooperation mit Geheimdiensten und der alltäglichen Überwachung im Uni-Alltag mittels Video- und Internetüberwachung. Darüber hinaus steht die Kooperation der Uni mit dem Unternehmen novus Marketing in der Kritik. Die Studierenden zeigen auf, dass das „Outsourcing“ der Werberechte de facto einer permanenten Zensur von kritischen Meinungen gleichkomme. „Die Beispiele zeigen, dass es für das Dekanat der Philosophischen Fakultät im Kampf gegen Überwachung und Zensur auch in Rostock genug zu tun gäbe“ zeigt Frank_a Schmidt auf.

Weiträumige Verteilung
Um möglichen Repression durch Saalschutz oder Zivilpolizei zu umgehen, entschieden sich die Studierenden für eine mögliche Kontrollen umgehende Strategie. Bereits am Vormittag verteilten sie in den über die ganze Stadt verteilten Uni-Gebäuden Flugblätter und Poster. Wie sich zeigt, zu recht: Das Audimax war vor Veranstaltungsbeginn von kritischen Flyern gesäubert. „Es wäre schon gewesen, die Teilnehmenden direkt zu informieren. Leider ist das nicht wie gewünscht gelungen. Bis auf unsere Aushänge in Klos wurden alle Informationsmaterialien entfernt“ sagte Frank_a Schmidt. Die Uni Rostock praktiziere die kuriose Herangehensweise, einem „Whisteleblower“ einen Ehrendoktortitel für das Aufdecken von Überwachungspraxen der NSA anzudienen, wobei sie die freie Äußerung kritischer Positionen durch Einsammeln von nicht konformen kritischen Flyern und Postern unterdrücke, fährt Schmidt fort. „Dies verdeutlicht die eigene Zensur- und Überwachungspraxis der Universität Rostock“.

Philosophische Fakultät prüft Verleihung der Ehrendoktorwürde
Der Dekan der Philosophischen Fakultät an der Universität Rostock, Hans-Jürgen Wensierski, hatte im November 2013 bekannt gegeben, dass das Dekanat erwägt, dem Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden die Ehrendoktorwürde zu verleihen. Snowden war im Frühjahr 2013 aus den USA nach Russland geflohen, nachdem er Regierungsdokumente veröffentlicht hatte, welche die weltweite Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA belegen. Die Fakultät begründet ihren Antrag moralisch mit der herausragenden Bedeutung, die der Zivilcourage und dem zivilen Ungehorsam von Herrn Snowdens Handeln zukomme. Die gegenwärtige Debatte um die NSA-Abhöraffäre sei geeignet, die ‚Facebook-Generation’ der SchülerInnen und StudentInnen am Beispiel eines aktuellen Themas und mit Hilfe eines altersgleichen jungen Mannes aufzuklären und sie für den Wert von Demokratie und die strukturellen Voraussetzungen für individuelle Freiheit und unveräußerliche Grundrechte zu sensibilisieren. Frank_a Schmidt dazu: „Statt sich Gedanken über „die Jugend“ zu machen, sollten sich die Verantwortlichen an der Uni mal über ihr eigenes Handeln Gedanken machen“.

Wer ist die Kritische Uni?
Die Gruppe „Kritische Uni“ ist ein Zusammenschluss von Studierenden, die versuchen, den auf Verwertung ausgerichteten post-demokratischen Uni-Alltag nicht einfach so hinzunehmen. Bereits am Anfang des Wintersemesters hatte die Gruppe mit einer Flugblattaktion für Wirbel gesorgt. Die damaligen Flyer thematisierten mittels des Slogans „Extremismus der Mitte“ die Verbindungen von Dozierenden des Historischen Instituts zu neu-rechten Ideologien. Die Universität versuchte, die entstehende Diskussion mit Strafanzeigen gegen die UrheberInnen zu unterbinden. „Die neoliberalen und post-demokratischen Tendenzen in der Gesellschaft gehen an der Universität nicht spurlos vorbei“ kommentiert dies Frank_a Schmidt. Mehr dazu im Selbstverständnis der Gruppe unter: http://kritischeunihro.blogsport.de/category/warum-kritische-uni/

Dokumentation im Internet
Die Dokumentation zu Zensur und Überwachung ist zu finden unter: http://kritischeunihro.blogsport.de/2014/01/19/ehrendoktor-fuer-edward-snowden-zensur-und-ueberwachung-an-der-uni-rostock/


4 Antworten auf „Flugblattaktion zur Snowden-Debatte“


  1. 1 Danke 22. Januar 2014 um 4:20 Uhr

    Das wäre ohne Euch ein wahrlich bitterer Abend gähnender Leere geworden. Daher nutze ich die Gelegenheit hier, Euch für Mut zur einzig intelligenten Frage des Abends meinen Dank auszusprechen.

    Eure Worte sprechen die Sprache der Erkenntnis. Damit habt Ihr jenen, die Ihr zu Recht kritisiert sehr viel voraus. Insbesondere in der Frage der Moral ist es mehr als angemessen zu überdenken, ob es sich hier wirklich um eine Frage der politischen Positionierung handelt.

    In der Geschichte dieses Volkes haben sich beide Extreme in schlimmster Art und Weise schuldig gemacht.

    Zu Zeiten von Kaiser Wilhelm begannen Wege dieser Universität, die man nicht entschuldigen kann. In der Zeitepoche des 13-jährigen Diktates unterm Hakenkreuz, daß eigentlich seit über 5000 Jahren ein interkulturelles Zeichen (Symbol) für Frieden darstellt, wurde diesem eine ungeheuerliche Bürde aufgelegt. Systematisch wurden Menschen selektiert, gefoltert, mißhandelt und getötet.

    Als jedoch das große Finale vollzogen war, da blieben Täter weiter im Geschäft. Der gute Draht zur IG Farben Familie hatte bereits eine zuverlässige und verschiegene Verbundenheit.

    So wurden die Euthanasieprojekte auch in der ehemaligen DDR fortgesetzt. Weiter experiementiert an Menschen. Dann fiel die Mauer und sie experimentierten weiter. Infantiler, subtiler und das Leben verachtender dennje Ihr hättet Euch es vorstellen können.

    Es gibt dokumentierte Fälle, in denen die systematische Korruption bis in höchste Kreise penibel von Angehörigen dokumentiert wurde. Einige Wenige haben sogar mehrere dieser Verbrechen „überlebt“ und sind sich dessen bewußt.

    Dies ist eines der wenigen sehr ausführlich dokumentierten Verbrechen.

    Bedauerlicherweise erstreckt sich dieser kranke Geist über sehr viele Fachbereiche. Es beschämt die Erben der Gründer dieses Hauses den Mißbrauch des Vertrauens gegenüber der Öffentlichkeit, den Studenten und den Hilfesuchenden so feststellen zu müssen.

    Im Rahmen der von Euch gestellten intelligenten Frage war die Peinlichkeit im Moment des Geschehens jener Person, die Euch so abfällig und unwürdig antwortete, unmißverständlich anzusehen. Daß Ihr fragen würdet wußten sie und es stand auch vorher fest, wer darauf wie zu antworten hat.

    Soweit man sich umsieht wurde darüber in aller Bescheidenheit berichtet, daß es eine solche Veranstaltung gab. Wirklich Klartext gab es in den lokalen Medien nur in einem einzigen Fall und dort war dann der Bericht auch mit großen Feuern in den Augen formuliert.

    Unangenehme Fragen der Presse wurden übrigens auch befürchtet. Die Vertreter der gleichgeschalteten Medien waren aber sehr wohlgesonnen und haben nur formelle Schonkostfragen gestellt.

    In wirklich beeindruckender Stärke waren operative Zivileinheiten mehrerer Sicherheitsunternehmen vor Ort. Deren Tätigkeit bestand in der Observation verschiedener Zielpersonen, stiller Dokumentation und es gab auch Versuche von Kontaktaufnahmen. Es gab unter den Gästen auch Angesetellte ausländischer Dienstleistungsunternehmen (ASN, dassoM. BSF).

    Die waren nicht wegen Euch da. Der Staatsschutz wird sich hüten zuzugeben, daß er um wohlwollende Augen auf Eure Flugblattaktion eine Sonderschicht einlegen durfte.

    Geht es um ein paar Gefälligkeiten in der Forschung? Nein, es geht um die Vollendung kranker Naziträume. Genau das ist es, was Euch stutzig machen sollte! Es spielte nie eine Rolle, ob mit linken oder rechten Wegen diese Träume erreicht werden konnten. Es zählte einzig das Ziel. Ein Ziel das, Ihr habt es ja selbst festgestellt, inzwischen auch die gemeinsame Mitte erreicht hat.

    Das Volk hat nicht zu fragen, sondern bedingungslos zu glauben, was Politik, Wirtschaft und Finanzen diktieren. Die Wissenschaft hat emotionslos zu funktionieren. Ihr, die Ihr noch jung seid, Ihr erkennt den Betrug am geheuchelten Ideal. Sie standen und saßen alle da, sangen ihre Lobeslieder und es mangelte wirklich jeder Nachvollziehbarkeit, der geistig eigen erbrachten Leistung.

    Es wäre schade, wenn Ihr Euch, wie die Generationen zuvor, von dem Gefasel der Ideologen instrumentalisieren laßt. Sie mißbrauchen Euren Verstand, Eure Emotionen und richten das Produkt aus beiden gegen Euch selbst.

    Gegen die wenigen Medien, die kritisch das Zeitgeschehen dokumentierten, wurden nachweislich Rufmordkampagnen gefahren, mit Sippenhaft und Allem, was das große Theater zu bieten hat.

    Wahlbetrug in großem Stil in kleinen und großen Wahlen. Einsatz psychologischer Kriegsführung gegen denkende Menschen sind in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern die Tagesordnung. Dies Alles nur, um die Verbrechen durch zum Schweigen bringen zu vertuschen. Es sind jene Schwätzer, die im Kreis von Aufklärungswichtigkeit reden und im Konkret nichts zu sagen haben, weil sie sich selbst belasten würden.

    Das Zusammenspiel der Puppen funktioniert nur auf Basis der emotionalen Erpreßbarkeit. Angst ist das Zaubermittel mit dem sie allesamt ihr selbst erschaffenes Unrecht erzwingen. Bei normalen Menschen wie Euch funktioniert dieser Weg.

    Die Universität Rostock ist schuldig:

    * der Beihilfe zur Ermöglichung von Naturkatastrophen (Lidar)

    * der illegalen Durchführung von Experimenten mit Medikamenten (Psychiatrie, Neurologie)

    * der Umweltverseuchung durch Gen-Experimente (BASF, Monsanto)

    * der Beihilfe zum Völkermord (Summe aus 3 vorangegangenen Punkten)

    * der Vertuschung von Verbrechen (Summe aus 4 vorangegangenen Punkten)

    * der ideologiebasierten Instrumentalisierung von Studenten

    * des Mißbrauches von Vertrauen und Mitteln der Bevölkerung

    Diese Geschehnisse wurden möglich, weil „alte Strukturen“ des kalten Krieges bis heute für die nötige Korruptheit sorgen. In der Politik, der Wirtschaft, der Industrie, den Ministerien, der Judicativen und Executiven und natürlich auch der Presse. Ein Gemeinschaftsverbrechen zum Nachteil des Volkes auf Kosten des Volkes, deren Perspektiven für die Zukunft der künftigen Generationen.

    Ein Repräsentativ eines unhaltbaren Zustandes!

    Es wird Euer Volk viel Mut kosten, das erforderliche Maß an gemeinschaftlicher Courage aufzubringen, um aus dieser abscheulich kranken Welt einen wahrhaftig besseren Ort zu machen.

    Geschehnisse und Verfehlungen mit allen Grausamkeiten, die der Lauf der Geschichte der Kulturen mit sich brachte, man sie zu verstehen, doch Wiedergutmachung ist unmöglich.

    Ihr seid nicht verantwortlich für das, was die Generationen vor Euch verbrochen haben. Wohl aber obliegt es Eurer Verantwortung, Euch mit den Geschehnissen der Geschichte offen und ehrlich auseinanderzusetzen.

    Bedenkt, daß das Leben auf die Menschheit nicht angewiesen ist, um friedlich existieren zu können!

    Für welchen Weg Ihr Euch entscheidet, es ist Eure Wahl. Meine habe ich bereits getroffen.

    cet. cens…

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