LeserInnenbrief zur Flugblattaktion

Folgender LeserInnenbrief ereichte uns per E-Mail:

Werte Kommilitonen von „Kritische Uni“,

ich bin (auch) Geschichtsstudent der Uni Rostock und habe euren Flyer über rechte Dozenten am Historischen Institut entdeckt und interessiert gelesen. Generell finde ich kritische Studenten absolut notwendig. Doch scheint mir eure Kampagne überaus unangebracht.

Ich frage mich u.a., warum Ihr die Namen von Dr. Sens und Prof. Müller aufführt. Besonders Prof. Müller ist doch ein „Sozi“ (wie er selber von sich sagt). Seit vielen Jahren ist er Parteimitglied der SPD. Selbst wenn er zum rechten Flügel der Partei zählen sollte, denke ich, haben seine Ansichten mit der der „Neuen Rechten“ so gut wie nichts gemein. Auch Dr. Sens scheint mir viel eher ein „Linker“ als ein „Extremist aus der Mitte“ zu sein.

Was die politische Einstellung von Dr. Mrotzek angeht, so glaube ich, ist diese eher schwierig zu beurteilen. Hierzu kann ich auch nicht allzu viel sagen. Es scheint mir allerdings (und dies ist das Entscheidende), dass er nicht versucht, seine Ansichten den Studenten aufzudrücken.

Dass Prof. Flaig sehr umstritten war (und ist), das ist ja keine neue Erkenntnis. Dass sein Verhalten sicherlich kritisch zu betrachten ist, sehe ich auch ähnlich. Doch ist er bezüglich seiner „Meinungsmache“ mit absolut keinem anderen Dozenten am Hist. Institut der Uni Rostock zu vergleichen! Es scheint mir aber, dass ihr von Prof. Flaig künstlich auf die anderen Mitarbeiter des Historischen Instituts zu schließen versucht.

Das wird besonders an einem Beispiel deutlich. Ich war – gelinde gesagt – überrascht, nach der ersten Flyer-Seite mit entsprechender Überschrift, auf Seite zwei das Gesicht von Prof. Gallus zu sehen, gleich unter dem von Prof. Flaig – thematisch absolut skurril! Gallus mit Flaig zu vergleichen – allein dadurch habt ihr euch disqualifiziert.

Ich habe in den letzten Jahren einige Seminare von ihm besucht. Auch ich habe mich öfters gefragt, welche politische Einstellung er wohl hat. Doch davon hat man in seinen Veranstaltungen nie einen Verdacht schöpfen können. Selbst wenn er bei „Extremismus und Theorie“ Mitherausgeber ist – in seinen Seminaren hatte man nie den Eindruck, dass er seine Studenten beeinflussen oder lenken wollte. Dieser Vorwurf ist an den Haaren herbeigezogen. Nebenbei sei übrigens auch erwähnt, dass Gallus (wie natürlich auch Prof. Müller) bereits als Dozent der (linken) Friedrich-Ebert-Stiftung tätig war.

Gallus leitete einmal ein Hauptseminar mit den Titel „Historikerkontroversen“. Hier wurden unterschiedliche Sichtweisen der deutschen Geschichtswissenschaft gegenübergestellt – das wäre seine Chance für politische Einflussnahme gewesen! Er selbst hat sich in jener Veranstaltung aber nie öffentlich positioniert. Stattdessen hat er ganz unterschiedliche Argumente akzeptiert, wenn sie gut begründet waren.

Es kann keine Rede davon sein, dass er die „‚Extremismustheorie‘ in die Geisteswissenschaften zu drücken“ versucht. Wie mir scheint, könnt ihr hierfür auch keine Belege/Quellen aufweisen. Bitte sagt mir: Wann und wie hat Gallus versucht, seine angebliche (neu)rechte Denkweise den Studenten überzustülpen? Wie hat er versucht, seine Position für unlautere Zwecke auszunutzen?

Mir scheint, dass ihr absolut übermotiviert an eure aufklärerische Kampagne herangegangen seid. Bei dem einen oder anderen Dozenten mögen kritische Stimmen sehr wohl angebracht sein. Aber bitte zieht nicht Personen mithinein, für deren unlauteres Dozenten-Verhalten es keine Beweise gibt.

Grüße
XXXXXX


1 Antwort auf „LeserInnenbrief zur Flugblattaktion“


  1. 1 Antwort auf Leser_innenbrief « Kritische Uni Rostock Pingback am 27. November 2013 um 17:31 Uhr
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