Gesellschaft macht Geschlecht Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie an der Uni Rostock

Am 2.11. startet die Veranstaltungsreihe „Gesellschaft macht Geschlecht“ an der Uni Rostock. Veranstaltet wird das kostenlos zugänglich gemachte Programm von der Gender Queer AG. Hier der Aufruf und die einzelnen Programmpunkte :

Gegen den alltäglichen Sexismus
Partyplakate zeigen halb nackte Frauen, Karriere-Coaches empfehlen Homosexualität in Vorstellungsgesprächen möglichst nicht offenzulegen, Trans-Personen wählen zwischen Frauen- und Männertoiletten, der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist weiterhin gering.

Konstruktion über den Diskurs
Nach wie vor werden in der Öffentlichkeit tradierte Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit kommuniziert. Damit in Zusammenhang stehende Diskriminierung im Alltag sieht sehr verschieden aus und besteht nicht nur aus offenen Anfeindungen von Andersartigkeit.

Liberales Wohlfühlklima an der Uni?
Besonders Hochschulen geben sich gern offen und tolerant. Die Universität Rostock berichtet nach eigenen Umfragen, dass durch die Gleichstellungsarbeit der vergangenen Jahrzehnte die „gefühlte Gleichstellung“ relativ hoch und gerade in den letzten Jahren gewachsen sei. Diskriminierung erscheint als nicht mehr existent, jedoch blieben wichtige Themen wie Sexismus und Homophobie an der Hochschule bisher weitestgehend unbehandelt.

Warum die Aktionstage?
Deshalb sollen neben den in den universitären Gleichstellungsgremien häufiger touchierten Themen, wie ‚Studieren mit Behinderung‘ oder ‚Studieren mit Kind‘, nun auch die Diskriminierung aufgrund sexueller Identität an der Universität stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Um für das Thema zu sensibilisieren, starten in der kommenden Woche die „Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie“ an der Universität. „Gesellschaft macht Geschlecht – Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie“ ist eine bundesweite Initiative an verschiedenen Hochschulen, die von dem freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften initiiert wurde.

„Ziel der Aktionstage ist es, das Thema Sexismus und Homophobie stärker auf die Tagesordnung zu setzen. Aufmerksam zu machen, den Facettenreichtum der Problematiken zu thematisieren und naiv wie wissenschaftlich zu diskutieren“, erklärt Christoph Behrens, Mitglied der „Gender Queer AG“ an der Uni Rostock.

Die Gender Queer AG
Die „Gender Queer AG“ gestaltet die Rostocker Aktionswoche maßgeblich mit. Die studentische Initiative gegen Sexismus, Homophobie und Transphobie besteht momentan aus Studierenden verschiedener Disziplinen, der Gleichstellungsreferentin des AStA und der Koordinatorin für Vielfalt der Uni Rostock. Die AG ist überzeugt von der Notwendigkeit der Aktionstage in Rostock: „Hochschulen sind nicht Sexismus- und Homophobie-frei. Diskriminierung hat viele Facetten. Auch durch die Normalisierung von Heterogenität streuen wir Ungleichheit, darüber sind sich die wenigsten Studierenden bewusst. Gerade als eine Uni, die besonders viele Lehrer und Lehrerinnen ausbildet, sollten wir lernen Diskriminierung aufzudecken und Vielfalt wahrzunehmen und zu fördern. Die Aktionstage sind wichtig, um die Grundlage dafür zu erweichen.“

Breites Veranstaltungsprogramm
Das geschieht an den Aktionstagen in einem Mix aus Film, Literatur, Kunst, theoretischen Diskussionen, Vorträgen, kreativen Workshops, Party und Musik. In Zusammenarbeit mit dem FZS, der AStA, dem QFF (Queer Football Fanclubs), Rat+Tat, dem Frauenbildungsnetz und der Vielfaltsförderung der Universität sind folgende Veranstaltungen geplant:

05.11. 19:30 Uhr HS 224/ Haus 1 Ulmencampus
Rat+Tat informiert: Homophobie und Sexismus in der Region
Im Anschluss: das Beste aus 4 Jahren Queer Filmfest-Kurzfilme

06.11. Ab 19:00 Uhr HS 224, Haus 1 Ulmencampus
„Femen – eine neue Spielart des Feminismus?“
Diskussion mit Dr. Yvonne Niekrenz und Teresa Leonard (Femen Germany)

09.11. 15:00 Uhr Bildungskeller, Haus 3 Ulmencampus
„Dekonstruktion von Geschlecht – Ende oder Zukunft der Frauenbewegung?“

13.11. 18:30 Uhr HS 124, Haus 1 Ulmencampus
Lesung aus dem Buch: „Begegnungen auf der Transfläche, Kurzgeschichten aus dem transsexuellen Alltag“

15.11. 16:00 Uhr Bildungskeller, Haus 3 Ulmencampus
„Revolutionäre Frauen – Buchvorstellung und Stencilworkshop“
→ Anmeldung unter gleichstellung.asta@uni-rostock.de
Beschränkt auf 15 TeilnehmerInnen

15.11. 19:00 Uhr HS 124, Haus 1 Ulmencampus
„Geheime Männerbünde“ – Nachrichtendienste als (H)Orte von Männlichkeit, von
Eva Jobs, Historikerin (Universität Marburg / Berlin)

16.11. 14:00 Uhr Bildungskeller, Haus 3 Ulmencampus
Wer macht hier eigentlich Geschlecht?
Über Identität, Gender & Stereotype Rollenbilder im Schulkontext
→ Anmeldung unter gleichstellung.asta@uni-rostock.de
Beschränkt auf 15 TeilnehmerInnen

16.11: 23:00 Uhr Zwischenbau
„Rainbows & Unicorns: Homophobie und Sexismus = Nein, danke!“
Herzschlagmusik aus Berlin, mit Carsten Opitz [Seifenblasenmanifest], Boy on the side und Sk.Mize
Eintrittspreis: 2€ für StudentInnen und 3€ für alle anderen

Alle Info-Veranstaltungen sind kostenfrei. Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen bekommen Interessenten auf dem Blog http://queerostock.blogspot.de und auf der Facebookseite der Gender Queer AG, die sich über alle freuen, die sich jetzt und in Zukunft mit engagieren möchten.


2 Antworten auf „Gesellschaft macht Geschlecht Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie an der Uni Rostock“


  1. 1 Kritiker 08. November 2013 um 18:50 Uhr

    „Die studentische Initiative“

    „studentisch“ geht schon mal überhaupt nicht. Das ist von „Student“ abgeleitet, unterschlägt damit die StudentInnen / Studierend_Innen und diskriminiert diese auf massivst-übelste Weise.

    Dem „Studentenwerk Rostock“ würde ich auch kräftig einheizen, weil dieses sich unzweifelhaft nur auf die Männer bezieht – wie sexistisch!

  2. 2 Kritiker 11. November 2013 um 10:50 Uhr

    Und noch etwas: Der Schreiberling des obigen haßerfüllten Artikels sollte sich mal schlau machen, was „Diskriminierung“ überhaupt bedeutet. Ein Blick in ein lateinisch-deutsches Wörterbuch hilft, diese für einen angehenden Akademiker (wenn man keine Ahnung hat, einfach mal…) peinliche Bildungslücke zu schließen: discriminare bedeutet nichts anderes trennen, es hat(te) keine negative Konnotation i.S.v. unterdrücken, benachteiligen. Wer also, wie der Schreiberling, das Syntagma „…die besonders viele Lehrer und Lehrerinnen ausbildet….“ (und dann noch in dieser unhöflichen Reihenfolge) verwendet, trennt verbal bzw. sprachlich Weiblein von Männlein und diskriminiert, und zwar beide, weil bei einer Trennung voneinander eben immer alle davon betroffen sind. Da sind generische Maskulina schon hilfreicher. Die Sprache mit ihren generischen Maskulina, die übrigens, anders, als es ideologisch verbrämte Geister (die in ihrem Verfolgungswahn hinter jeder Ecke Rechtsextremismus wittern) vermuten, benachteiligt (nicht: diskriminiert) nicht die Frauen, sondern die Männer, weil es eine explizite Form für Frauen, nicht jedoch eine für Männer gibt.

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